Kappadokien – per Heißluftballon in eine andere Welt
- vor 1 Tag
- 5 Min. Lesezeit
Mit dem Heißluftballon über Kappadokien schweben, während über Göreme die Sonne aufgeht: Wir nehmen euch mit zu einem der magischsten Erlebnisse unserer Türkei Reise.

– Werbung unbeauftragt –
Wenn der Wecker um 3 Uhr klingelt…
Es gibt Momente auf Reisen, da weiß man schon beim Klingeln des Weckers, dass etwas ganz Besonderes bevorsteht. Als unser Wecker morgens um 3:00 Uhr klingelte, war genau das einer dieser Momente. Nicht, weil wir gerne mitten in der Nacht aufstehen, sondern weil wir wussten, was uns erwartete: unsere Heißluftballonfahrt über Kappadokien.

Genau wegen dieses Erlebnisses stand Kappadokien ursprünglich überhaupt auf unserer Bucket List. Rückblickend ist das fast ein bisschen schade. Denn auch wenn die Ballonfahrt der Auslöser für unsere Reise war, haben wir uns am Ende in eine Region verliebt, die so viel mehr zu bieten hat als ihre berühmten Ballons. Die außergewöhnliche Landschaft hat uns mindestens genauso begeistert und genau darüber erzählen wir euch in den nächsten Beiträgen noch ausführlicher.
An diesem Morgen sollte aber erst einmal ein Traum wahr werden.
Kurzinfos
📍 Ort: Göreme, Kappadokien
⏱️ Gesamtdauer: ca. 3 bis 4 Stunden
🎈 Flugdauer: 60 Minuten
💶 Preis: ca. 200 € p.P.
🚐 Hoteltransfer: inklusive
Abholung vor Sonnenaufgang
Wie bei den meisten Ballonfahrten in Kappadokien wurden wir noch lange vor Sonnenaufgang direkt an unserem Hotel abgeholt. Gegen 4:30 Uhr wartete bereits der Shuttle auf uns. Die Straßen waren noch menschenleer und obwohl wir beide keine großen Fans vom frühen Aufstehen sind, fiel es uns an diesem Morgen erstaunlich leicht. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Veranstalter Turquaz Balloons.

Dort erwartete uns zunächst ein kleines Frühstück und ein kurzes Briefing. Um diese Uhrzeit hielt sich unser Appetit zwar noch in Grenzen, trotzdem schmeckten Kaffee und ein paar Brote überraschend gut. Die Vorfreude wurde mit jeder Minute größer.

Anschließend wurden wir in kleinere Fahrzeuge aufgeteilt. Jede Gruppe fuhr gemeinsam zu dem Ballon, mit dem sie später auch starten würde.
Der Moment, in dem alles plötzlich real wird
Nach etwa zwanzig Minuten Fahrt konnten wir die ersten Ballons bereits aus der Ferne erkennen. Noch lagen sie flach auf dem Boden, während die Crews damit beschäftigt waren, sie langsam mit Luft zu füllen.
Genau in diesem Moment wurde aus der Vorfreude echtes Bauchkribbeln.

Je näher wir kamen, desto beeindruckender wurde das Schauspiel. Große Ventilatoren bliesen Luft in die riesigen Ballonhüllen, bevor die Brenner mit meterhohen Flammen dafür sorgten, dass sich die Ballons langsam aufrichteten. Allein dabei zuzusehen war schon ein Erlebnis.

Kurz darauf ging alles erstaunlich schnell. Unser Korb war in acht Bereiche unterteilt, in denen jeweils drei bis vier Personen Platz fanden. Insgesamt sind in unserem Ballon aber nur 20 Personen mitgeflogen.
So fühlt sich eine Ballonfahrt wirklich an
Dann war es soweit. Der Pilot gab das Zeichen zum Start und innerhalb weniger Sekunden löste sich der Ballon vom Boden. Was uns dabei am meisten überrascht hat, war dieses unglaubliche Gefühl der Leichtigkeit. Es gibt keine Beschleunigung wie im Flugzeug, kein Ruckeln und kein plötzliches Abheben. Stattdessen merkt man erst nach ein paar Sekunden, dass der Boden langsam kleiner wird.
Man gleitet beinahe lautlos in den Himmel.

Zwischen dem tiefen Fauchen der Brenner herrscht eine unglaubliche Ruhe. Genau diese friedliche Atmosphäre macht den Unterschied. Es ist kein Abenteuer voller Adrenalin, sondern ein Moment, in dem man einfach nur staunt.
Selbst mit Flugangst ein unvergessliches Erlebnis
Vor der Ballonfahrt war vor allem Marcel ganz schön aufgeregt. Er hat normalerweise ein wenig Flugangst und war sich deshalb nicht sicher, wie sich die Höhe anfühlen würde.

Umso schöner war es zu sehen, dass diese Sorgen schon nach den ersten Minuten verschwunden waren. Gerade weil sich der Ballon so ruhig bewegt und man jederzeit sicher im Korb steht, konnten wir das Erlebnis beide vom ersten Moment an genießen. Falls ihr selbst Respekt vor der Höhe oder Fliegen habt, können wir euch aus unserer persönlichen Erfahrung also beruhigen.
Sonnenaufgang über einer anderen Welt
Während wir langsam über die Täler glitten, begann gerade die Sonne aufzugehen. Das warme Licht legte sich über die Felsen und tauchte die Landschaft in goldene Farben.

Unter uns lagen das Love Valley, das Rose Valley und viele weitere Täler Kappadokiens. Zwischen den berühmten Feenkaminen schwebten unzählige weitere Ballons durch den Himmel. Je höher wir stiegen, desto unwirklicher wirkte die Landschaft. Sie erinnerte eher an die Kulisse eines Fantasyfilms als an einen echten Ort. Und genau das macht Kappadokien so besonders. Nichts davon wurde künstlich erschaffen. Keine Kulisse, kein Freizeitpark. Diese beeindruckende Landschaft ist über Millionen von Jahren ganz natürlich entstanden. Vielleicht fühlt sich die Erinnerung deshalb heute manchmal eher wie ein Traum an als wie etwas, das wir wirklich erlebt haben.

Hat man überhaupt Zeit, den Moment zu genießen?
Vor der Ballonfahrt hatten wir ein wenig Sorge, dass alles viel zu schnell vorbeigehen würde.
Im Nachhinein war diese Sorge völlig unbegründet.
Natürlich haben wir viele Fotos und Videos gemacht. Gleichzeitig blieb mehr als genug Zeit, die Kamera auch einfach einmal wegzulegen und den Moment bewusst zu genießen. Gerade diese Mischung macht den Flug so besonders.

Die Landung und ein schöner Abschluss
Obwohl an diesem Morgen unzählige Ballons nahezu gleichzeitig starteten, landete jeder an einem anderen Ort. Unser Ballon setzte schließlich auf einem freien Feld auf, auf dem wir ganz allein waren. Während die Crew den Ballon wieder zusammenfaltete, versammelten sich alle Passagiere noch einmal. Anschließend gab es einen kleinen Sektempfang, alternativ auch alkoholfreie Getränke, dazu einen Snack sowie eine Urkunde und eine Medaille als Erinnerung an den Flug. Unser Pilot war unglaublich herzlich und hatte während des gesamten Morgens immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Zum Abschluss nahm er sich sogar noch Zeit für Erinnerungsfotos mit allen Gästen. Eine besonders schöne Geste war außerdem, dass jede Frau an Bord eine Rose geschenkt bekam.

Für Jasmin gab es sogar noch eine kleine Überraschung. Da sie wenige Tage zuvor Geburtstag hatte und die Ballonfahrt Teil des Geburtstagsgeschenks war, bekam sie zusätzlich noch eine Flasche Schaumwein überreicht. Es sind oft genau diese kleinen Gesten, die ein ohnehin besonderes Erlebnis noch ein bisschen persönlicher machen.

Unser Fazit zur Heißluftballonfahrt in Kappadokien
Wenn uns heute jemand fragt, ob sich eine Heißluftballonfahrt in Kappadokien lohnt, lautet unsere Antwort ohne zu zögern: Ja.
Rückblickend war die Ballonfahrt zwar der Grund, warum wir überhaupt nach Kappadokien gereist sind. Heute würden wir aber sagen, dass sie nur der Anfang war. Denn diese Region hat uns mit ihrer einzigartigen Landschaft mindestens genauso begeistert wie der Flug selbst.

Nach der Rückfahrt ins Hotel war unser Tag übrigens noch lange nicht vorbei. Wir schnürten direkt unsere Wanderschuhe und erkundeten anschließend das Love Valley zu Fuß. Es war ein ganz besonderes Gefühl, dieselbe Landschaft am Nachmittag zu durchwandern, über die wir am Morgen noch geschwebt waren.
Darüber erzählen wir euch aber im nächsten Beitrag.
Manche Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Andere werden mit jedem Jahr schöner. Unsere Ballonfahrt über Kappadokien gehört ganz sicher zur zweiten Kategorie. Und wenn heute noch einmal morgens um drei Uhr der Wecker klingeln würde, würden wir keine Sekunde überlegen. Wir würden wieder aufstehen, wieder auf den Sonnenaufgang warten und uns noch einmal von dieser einzigartigen Landschaft verzaubern lassen.

allerliebster Tipp:
Für eine Ballonfahrt in Kappadokien sind Frühling und früher Herbst besonders angenehm. Vor allem April, Mai und September bieten meist mildere Temperaturen, während in den Wintermonaten wetterbedingte Absagen häufiger vorkommen können. Da Ballons außerdem besonders gut bei kühler und ruhiger Morgenluft fliegen, starten die Fahrten bereits rund um den Sonnenaufgang. Packt deshalb auch an warmen Reisetagen unbedingt eine Jacke oder eine zusätzliche Schicht ein. Vor Sonnenaufgang kann es überraschend frisch sein.



Kommentare