Eine Woche Kappadokien – unsere Reise zwischen Heißluftballons, Tälern und Tuffstein
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Eine Woche Kappadokien zwischen Göreme, spektakulären Tälern und unzähligen Heißluftballons. Wir zeigen euch unsere schönsten Erlebnisse, liebsten Orte und persönlichen Tipps für eine unvergessliche Reise durch eine der außergewöhnlichsten Regionen der Türkei.


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Kappadokien war für uns lange vor allem mit einem Bild verbunden. Unzählige Heißluftballons, die zum Sonnenaufgang über einer Landschaft schweben, die fast ein bisschen zu außergewöhnlich aussieht, um wirklich real zu sein. Genau diese Bilder waren ursprünglich auch der Grund, warum wir unbedingt einmal hierherreisen wollten.

Ende Mai hatten wir schließlich eine ganze Woche Zeit, um Kappadokien selbst kennenzulernen. Und soviel vorweg, wir wurden nicht enttäuscht. Zwischen bizarren Tälern und jahrhundertealten Höhlen, kleinen Städten, Aussichtspunkten und einigen ziemlich besonderen Sonnenaufgängen haben wir schnell gemerkt, dass es hier viel mehr zu entdecken gibt, als wir vorher erwartet hatten.
Ankommen in Kappadokien
Unser erstes Kennenlernen mit Kappadokien fiel zunächst ziemlich unspektakulär aus, denn unser Flug landete erst spät am Abend am Kayseri Flughafen. Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt hatten, ging es direkt weiter nach Göreme, wo wir im Osmanli Cappadocia Hotel übernachteten. Von der Landschaft konnten wir im Dunkeln noch nicht besonders viel erkennen und so verschwanden wir nach unserer Ankunft ziemlich schnell in unserem Bett.

Erst am nächsten Morgen bekamen wir einen Eindruck davon, wo wir hier eigentlich gelandet waren.
Unser Hotel lag etwas außerhalb von Göreme und damit ziemlich perfekt, um direkt in die Landschaft rund um den Ort zu starten. Eines unserer ersten Ziele war das Rose Valley, wo wir zwischen hellen Felsen, Höhlen und den ersten typischen Felsformationen Kappadokiens unterwegs waren.

In den folgenden Tagen haben wir noch einige weitere Täler rund um Göreme erkundet. Das Red Valley und Love Valley gehörten für uns zu den schönsten, aber auch im kleineren Devrent Valley haben wir einen Zwischenstopp eingelegt. Da jedes dieser Täler seinen ganz eigenen Charakter hat und es viel zu viel darüber zu erzählen gibt, haben wir unseren liebsten Valleys inzwischen einen eigenen Beitrag gewidmet.
Göreme als Ausgangspunkt für eine Woche Kappadokien
Von unserem Hotel brauchten wir zu Fuß ungefähr 25 Minuten bis ins Zentrum von Göreme und spätestens dort bekamen wir zum ersten Mal einen richtigen Eindruck davon, wie außergewöhnlich diese Region eigentlich ist.

Göreme gehört sicherlich zu den touristischeren Orten Kappadokiens und in den Straßen ist entsprechend einiges los. Restaurants und kleine Geschäfte reihen sich aneinander und überall begegnet man Reisenden aus aller Welt. Trotzdem haben wir den Ort zu keinem Zeitpunkt als unangenehm voll oder hektisch empfunden. Ganz im Gegenteil, denn irgendwie hat sich Göreme trotz des Trubels einen überraschend entspannten Charakter bewahrt.
Besonders schön fanden wir den Aufbau des Ortes. Häuser und Hotels schmiegen sich zwischen die hellen Tuffsteinfelsen, manche Räume wurden direkt in den Stein hineingebaut und überall ziehen sich kleine Terrassen die Hänge hinauf. Vielleicht war es das helle Gemäuer, aber an manchen Stellen hat uns Göreme sogar ein kleines bisschen an Griechenland erinnert und sah gleichzeitig völlig anders aus als alles, was wir bis dahin kannten.

Dazwischen findet man kleine Keramikgeschäfte, Souvenirläden und jede Menge Restaurants, sodass wir uns auch einfach gerne ohne großes Ziel durch die Straßen treiben ließen. Am ersten Abend gehörte dazu für uns ganz unkompliziert ein Kebab, später haben wir uns natürlich noch ein bisschen ausführlicher durch die Restaurants des Ortes probiert.
Besonders gut gefallen hat uns dabei das TUMA Restaurant, das wir euch mit seiner traumhaften Lage und guten Speisekarte für einen Abend in Göreme definitiv empfehlen können.

Auch als Ausgangspunkt für unsere Woche würden wir Göreme jederzeit wieder wählen. Viele der Täler und Sehenswürdigkeiten liegen nur eine kurze Autofahrt entfernt und gleichzeitig gibt es noch einen ziemlich guten Grund, warum sich ein Hotel rund um Göreme lohnt.
Heißluftballons über den Dächern von Göreme
Unser Wecker klingelte an einem der ersten Morgen gegen fünf Uhr und wenig später standen wir noch ziemlich verschlafen auf der Terrasse unseres Hotels. Wer die Heißluftballons über Göreme beobachten möchte, muss nämlich früh dran sein, denn gestartet wird rund um den Sonnenaufgang.
Nach und nach tauchten die ersten Ballons am Horizont auf, bis schließlich immer mehr von ihnen über Göreme und den umliegenden Tälern schwebten. Gleichzeitig ging langsam die Sonne auf und tauchte die Felsen und Häuser unter uns in immer wärmeres Licht.

Gerade von einer erhöht gelegenen Hotelterrasse ist der Blick besonders schön, weil man nicht nur die Ballons selbst sieht, sondern auch Göreme und die Landschaft drumherum. Wann die ersten Ballons auftauchen, wo sie entlangfliegen und wie nah sie an Göreme vorbeikommen, hängt allerdings immer von den Windverhältnissen des jeweiligen Morgens ab.

Wenn ihr dieses Erlebnis möglichst direkt vor der eigenen Zimmertür haben möchtet, würden wir bei der Hotelsuche deshalb auf jeden Fall darauf achten, dass eure Unterkunft eine frei zugängliche Terrasse mit Blick über die Umgebung hat.
Früh aufstehen lohnt sich auch für Zelve
Wenn man sowieso schon vor Sonnenaufgang wach ist, kann man den Tag danach direkt weiter nutzen. Genau das haben wir gemacht und sind früh zum Zelve Open Air Museum gefahren, was sich im Nachhinein als ziemlich gute Entscheidung herausgestellt hat.
Zelve war für uns einer dieser Orte, an denen die Geschichte Kappadokiens plötzlich sehr greifbar wird. Statt die Felslandschaft nur von außen zu betrachten, läuft man hier mitten durch eine ehemalige Siedlung, in der Wohnungen, Kirchen und andere Räume direkt in den weichen Tuffstein geschlagen wurden.

Das Gelände zieht sich weit in die Landschaft hinein und je weiter man läuft, desto mehr Höhlen, ehemalige Räume und kleine Wege entdeckt man. Teilweise kann man die Felsen betreten und bekommt dadurch noch einmal einen ganz anderen Eindruck davon, wie Menschen hier einmal gelebt haben müssen.
Wir würden euch unbedingt empfehlen, möglichst früh nach der Öffnung zu kommen. Während wir zu Beginn viele Bereiche noch fast für uns alleine hatten und uns ganz in Ruhe umsehen konnten, kamen später nach und nach die ersten Reisebusse an. Gerade bei einem Ort wie Zelve verändert das die Atmosphäre natürlich ziemlich schnell.

Wer gerne fotografiert oder einfach ein bisschen in Ruhe durch die alten Höhlen laufen möchte, sollte sich das frühe Aufstehen deshalb definitiv antun. Außerdem ist das Gelände deutlich weitläufiger, als wir vorher erwartet hatten, sodass man für den Besuch genügend Zeit einplanen sollte.
Mit dem Heißluftballon über Kappadokien
Natürlich blieb es für uns nicht dabei, die Ballons nur vom Boden aus zu beobachten. Schließlich war eine eigene Heißluftballonfahrt ursprünglich einer der Hauptgründe gewesen, warum Kappadokien überhaupt auf unserer Reiseliste gelandet war.
Also klingelte unser Wecker an einem anderen Morgen noch deutlich früher und wenig später standen wir in der Dunkelheit zwischen den riesigen Ballonhüllen, die sich langsam mit heißer Luft füllten.

Die anschließende Fahrt gehört für uns bis heute zu den schönsten Erlebnissen dieser Reise. Besonders überrascht hat uns, wie ruhig sich das Ganze anfühlt. Während unter uns langsam die Täler, Feenkamine und Felsformationen kleiner wurden, ging am Horizont die Sonne auf und um uns herum schwebten zahlreiche weitere Ballons durch den Himmel.

Da wir über diesen Morgen allerdings noch sehr viel mehr erzählen könnten, haben wir unserer Ballonfahrt einen eigenen ausführlichen Beitrag gewidmet.
Wie die Fahrt abläuft, wie wir sie erlebt haben und ob sie sich unserer Meinung nach wirklich lohnt, lest ihr in unserem Beitrag über unsere Heißluftballonfahrt über Kappadokien.
Uçhisar und einer unserer schönsten Sonnenuntergänge
Nur wenige Kilometer von Göreme entfernt liegt Uçhisar, das man schon von Weitem an seinem riesigen Burgfelsen erkennt. Der Ort zieht sich rund um den hoch aufragenden Felsen den Hang hinunter und bietet durch seine erhöhte Lage immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft.
Wir haben uns hier vor allem durch die Straßen treiben lassen, kleine Geschäfte entdeckt und sind dabei auch auf Antiquitätenläden gestoßen, in denen man mit etwas Geduld den einen oder anderen Vintage Schatz finden kann.

Besonders schön fanden wir Uçhisar allerdings am Abend. Etwas außerhalb haben wir einen Aussichtspunkt entdeckt, von dem aus man einen richtig tollen Blick über die Landschaft hat und wunderbar beobachten kann, wie das Licht zum Sonnenuntergang langsam weicher wird.
Unseren Aussichtspunkt findet ihr bei den Koordinaten 38,63090° N, 34,80460° O.
Kappadokien Uchisar und Landschaft Fotografie

Wenn ihr anschließend noch etwas essen möchtet, können wir euch das Paprika empfehlen, das uns während unseres Besuchs richtig gut gefallen hat.
Avanos und die Keramik aus dem Kızılırmak
Einen ganz anderen Eindruck von Kappadokien bekommt man in Avanos. Die Stadt ist größer als Göreme oder Uçhisar, fühlte sich für uns weniger touristisch an und wird vom Kızılırmak durchzogen, der mitten durch den Ort fließt.
Genau dieser Fluss ist eng mit einer Tradition verbunden, für die Avanos seit Jahrhunderten bekannt ist. Aus den eisenhaltigen Tonablagerungen des Kızılırmak und seiner Umgebung wird traditionell der Ton gewonnen, aus dem die typische Keramik von Avanos entsteht. Entsprechend findet man in der Stadt bis heute zahlreiche Töpfereien, Werkstätten und kleine Geschäfte.

Wir fanden es richtig schön, durch Avanos zu schlendern, am Fluss entlangzulaufen und uns durch die verschiedenen Keramikläden zu schauen. Gerade weil sich die Stadt deutlich anders anfühlt als die bekannteren Orte rund um Göreme, würden wir sie unbedingt in eine Rundreise durch Kappadokien einbauen.
Natürlich konnten auch wir nicht widerstehen und haben ein paar Keramikstücke mit nach Hause genommen. Fündig geworden sind wir bei Gaia Cappadocia, einer kleinen Keramikwerkstatt in Avanos mit wirklich wunderschönen Stücken. Wenn ihr auf der Suche nach einem besonderen Mitbringsel seid, solltet ihr hier auf jeden Fall einmal vorbeischauen.
Das Devrent Valley und ein bisschen Fantasie
Ein deutlich kleinerer Zwischenstopp unserer Reise war das Devrent Valley, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Felsformationen auch Imagination Valley genannt wird.

Wind und Wetter haben hier über Jahrtausende Formen entstehen lassen, in denen man mit etwas Fantasie Tiere und andere Figuren erkennen kann. Wir haben beispielsweise einen Felsen entdeckt, der für uns ziemlich eindeutig wie eine riesige Schnecke oder Kamel aussah.

Das Tal ist relativ überschaubar und war für uns keiner der Orte, für die wir keinen halben Tag einplanen würden. Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, kann man hier aber wunderbar einen kleinen Stopp einlegen und selbst schauen, welche Figuren man zwischen den Felsen entdeckt.
Für uns war es deshalb eher ein schönes Kann als ein absolutes Muss.
Zum Sonnenuntergang am Tuz Gölü
Einer unserer längsten Ausflüge führte uns schließlich deutlich weiter aus dem Zentrum Kappadokiens heraus. Rund zwei Stunden waren wir von Göreme unterwegs, bis wir den Tuz Gölü erreichten, einen der größten Salzseen der Türkei.

Zugegeben, der erste Eindruck hat uns zunächst nicht unbedingt umgehauen. An unserem Zugang zum See gab es ein kleines Restaurant und etwas touristische Infrastruktur, die auf uns nicht besonders einladend wirkten. Sobald wir das alles hinter uns gelassen hatten und weiter auf den Salzsee hinausliefen, spielte das allerdings überhaupt keine Rolle mehr.
Vor einem scheint die Landschaft irgendwann einfach nicht mehr aufzuhören. Die helle Salzfläche, das flache Wasser und der Himmel gehen beinahe nahtlos ineinander über und durch die Spiegelungen entsteht eine Kulisse, die unglaublich ruhig wirkt.
Wir waren Ende Mai dort und sind bewusst erst am Nachmittag von Göreme losgefahren, damit wir den Sonnenuntergang am Salzsee erleben konnten. Die zwei Stunden Fahrt haben sich dafür mehr als gelohnt und irgendwo in dieser endlosen Weite ist sogar eines unserer liebsten Fotos der gesamten Reise entstanden.

Wenn ihr den Tuz Gölü ebenfalls mit einer dünnen Wasserschicht und den damit verbundenen Spiegelungen erleben möchtet, solltet ihr euch vor eurem Besuch unbedingt über die aktuellen Bedingungen informieren. Der Wasserstand verändert sich saisonal und hängt zusätzlich von den Niederschlägen ab, weshalb es keine Garantie dafür gibt, den See genauso vorzufinden wie wir Ende Mai. Gerade während längerer trockener Perioden können große Bereiche komplett austrocknen und sich in eine reine Salzfläche verwandeln. Wenn die Bedingungen passen, würden wir den längeren Abstecher aber jederzeit wieder machen.
Wie lange sollte man für Kappadokien einplanen?
Wenn wir heute noch einmal nach Kappadokien reisen würden, würden wir ziemlich genau die gleiche Zeit einplanen wie bei unserer ersten Reise. Eine Woche war für uns ideal.

Natürlich kann man auch in drei oder vier Tagen einiges sehen, aber gerade wenn eine Heißluftballonfahrt geplant ist, würden wir uns selbst nicht so sehr unter Zeitdruck setzen wollen. Die Ballons können aufgrund ungeeigneter Wetterbedingungen ausfallen und wer nur wenige Tage vor Ort ist, hat entsprechend wenig Spielraum für einen Ersatztermin.

Dazu kommt, dass wir die Ballons nicht nur während unserer eigenen Fahrt erleben wollten. An einem Morgen standen wir auf unserer Hotelterrasse, an anderen Tagen lohnt es sich, früh zu einem Aussichtspunkt oder in eines der Täler zu fahren. Wer dafür nur drei Morgen zur Verfügung hat, stellt ziemlich schnell fest, dass der Wecker im Urlaub erstaunlich oft mitten in der Nacht klingelt.

Mit einer Woche hatten wir dagegen genügend Zeit, die verschiedenen Orte und Täler zu erkunden, einen längeren Ausflug zum Tuz Gölü zu machen und trotzdem nicht jeden Tag komplett durchzuplanen. Zwischendurch konnten wir einfach am Pool unseres Hotels liegen, ausschlafen oder später noch einmal ohne konkreten Plan nach Göreme fahren. Und genau diese Zeit würden wir uns auch bei einem zweiten Besuch wieder nehmen.

Unser Fazit nach einer Woche Kappadokien
Wenn wir heute an unsere Woche zurückdenken, gibt es nicht dieses eine Erlebnis, das stellvertretend für Kappadokien steht. Natürlich denken wir an unsere Ballonfahrt und an die Morgen, an denen der Himmel über Göreme plötzlich voller bunter Ballons war. Genauso gehören für uns aber die Wanderungen durch die Täler dazu, die alten Höhlen von Zelve, unsere Keramik aus Avanos, der Sonnenuntergang bei Uçhisar und die unglaubliche Weite des Tuz Gölü.

Vielleicht ist genau diese Mischung der Grund, warum uns diese Woche in Kappadokien so magisch in Erinnerung geblieben ist. Jeder Tag sah irgendwie anders aus und trotzdem hatte alles diese ganz eigene Kulisse aus Tuffstein, Höhlen und weiten Landschaften, die man eben nur mit Kappadokien verbindet.
Wir würden jederzeit wiederkommen.



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